Buch- und Medientipps





Eine freundliche Empfehlung der Stadtbücherei


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Ausleihbar ab Freitag, den 17. Januar 2020

„Die letzten ihrer Art“ von Maja Lunde

Nach dem Langzeiterfolg „Die Geschichte der Bienen“ und „Die Geschichte des Wassers“ nun das dritte Buch des „literarischen Klimaquartetts“ der norwegischen Bestsellerautorin. In „Die letzten ihrer Art“ geht es um Menschen und Tiere sowie das Aussterben der Arten. Drei Handlungsstränge spielen auf drei Zeitebenen: Ein sich als homosexuell erweisender Petersburger Zoodirektorassistent reist 1881 mit einem Abenteurer in die Mongolei, um gerade entdeckte, überlebende Wildpferde für den Zoo zu fangen. 1992 fliegt eine engagierte Tierärztin mit ihrem Sohn, der mit seinem früheren Leben abschließen und seine Mutter besser kennenlernen will, in die Mongolei, um eine Herde des fast ausgestorbenen Przewalski-Pferdes in die freie Wildbahn zu entlassen. 2064 will Eva zwei Wildpferde nach einem Klimakollaps unbedingt retten und bleibt fast allein mit ihrer Tochter Isa im familiären Nationalpark zurück. Das Verhältnis ist angespannt, denn Isa möchte gehen, Eva will bleiben und kämpfen. Sie möchte um jeden Preis ihre beiden letzten Wildpferde retten.

Gut gezeichnete, lebendige Figuren, deren komplexe Beweggründe sich allmählich erschließen. Alle vereint die Liebe zur Natur und zu Pferden. Nachdem Maja Lundes Debütroman „Die Geschichte der Bienen“ vor zwei Jahren in Deutschland zum erfolgreichsten Buch avancierte, stehen die Klima-Romane nicht zuletzt wegen ihrer Aktualität hoch im Kurs.

Du gehörst mir“ von Peter Middendorp

Bauer Tille lebt mit Frau und zwei Kindern auf dem elterlichen Hof. Ein alltägliches Leben, bis Tille ein grausames Verbrechen begeht. Es wird dreizehn Jahre dauern, bis der Familienvater endlich gefasst wird und die Wahrheit die Welt, das Dorf, seine Frau und seine Kinder gewaltsam überwältigt. In der Zwischenzeit wuchern die Verdächtigungen und Anschuldigungen gegen die mutmaßlichen Täter aus dem Asylbewerberheim, während Tille versucht, ein guter Ehemann, Vater und Bauer zu bleiben.

Der Schwerpunkt des Romans liegt in der Beschreibung der 13 Jahre, bis Tille schließlich verhaftet wird. 13 Jahre, in denen er seinen Alltag weiterführt, seine Tochter aufwachsen sieht, den Angehörigen des Opfers begegnet, zulässt, dass zwei Migranten für die Tat verantwortlich gemacht werden. Eine der vielen Stärken des ersten ins Deutsche übersetzten Romans des niederländischen Autors liegt in der konsequenten Perspektive des Täters, im schüchternen wie schamlosen Blick auf Verhalten und Seelenvorgänge des Täters, dessen Verdrängung und Verschiebungsmechanismen vor allem in der Sprache kenntlich werden.

Der Kinderzug“ von Michaela Küpper

Das Ruhrgebiet im Sommer 1943. Die junge Lehrerin Barbara soll eine Gruppe Mädchen im Rahmen der sogenannten Kinderlandverschickung begleiten. Angst, aber auch gespannte Unruhe beherrschen die Gedanken der Kinder, denn sie wissen nicht, was sie erwartet. Das Heim, das ihr zeitweiliges Zuhause werden soll, erweist sich zunächst als angenehme Überraschung, doch dann muss dieses geräumt werden. Es beginnt eine Odyssee, die nicht nur die Kinder, sondern auch Barbara an ihre Grenzen führt. Mehr und mehr wird sie, die sich bisher aus der Politik herauszuhalten versucht hat, mit den grausamen Methoden und Plänen der Nationalsozialisten konfrontiert - und mit Menschen, die für ihre Ideologie vor nichts zurückschrecken. Als schließlich ein Mädchen verschwindet und ein polnischer Zwangsarbeiter verdächtigt wird, kommt für Barbara die Stunde, sich über ihre Einstellung zu den Machthabern und ihren bösen Ränkespielen klar zu werden. „Der Kinderzug“ wird für die engagierte junge Frau zu einem Prozess der Selbstfindung und der Wahrheitssuche.

- Eine freundliche Empfehlung der Stadtbücherei -