Kandel erleben: Hinter den Kulissen - 9. Mai 2019

Ein schöner Abend mit erstaunlichen Eindrücken & lustigen Momenten

Am Donnerstag, den 9. Mai 2019 fand zum ersten Mal die Veranstaltung „Kandel Erleben – Hinter den Kulissen“ statt. Menschen aus Freckenfeld, Hatzenbühl, Jockgrim, Insheim, Rohrbach und natürlich Kandel ließen sich von vier Kandler Geschäften überraschen.

Mit dabei war Mustafa Wannous von der Änderungsschneiderei Venus in Kandels Hauptstraße 87. Venus ist der Planet der Schönheit und da sein Nachname ähnlich klingt, hat Herr Wannous diesen Namen für sein Geschäft gewählt. Erstaunlich ist, dass er eigentlich gar kein Änderungsschneider ist, sondern Modedesigner. Das spürt man sehr schnell, wenn man seinen kleinen Laden betritt. Er zeigte uns seine geschneiderten Kleidungsstücke und wir waren von der Qualität der Stoffe und seiner Arbeit begeistert. Zudem sind seine Maßanfertigungen sehr günstig, da er Stoffe aus dem Libanon bezieht. Er erzählte uns, wie er in Syrien das Nähen gelernt hat. Als Jugendlicher fing er in den Ferien an, in Nähereien mitzuarbeiten. Dadurch entwickelte er seine Liebe zum Beruf. Erst hat er nähen und dann entwerfen gelernt. Zuletzt leitete er in einer Firma eine ganze Abteilung. Seine Inspiration ist der Stoff selbst. Viele Kleidungsstücke der syrischen Kleidung ähneln dem deutschen Kleidungsstil. Manche seiner Entwürfe müssen auf den Stil von hier angepasst werden. Sein Ziel ist es, in der Pfalz als Modedesigner bekannt zu werden. Wir haben keine Zweifel, dass er das schafft.


Familie Schöttinger mit Karlheinz, Miriam und Christian Schöttinger stellten uns ihr Familienunternehmen vor: Brille Schöttinger. Die Augen des Stadtbürgermeisters Günther Tielebörger testete ein hochmodernes neues Gerät. Danach waren wir in der Werkstatt - „Die Gläserne Manufaktur“. Hier wird geschraubt, geschleift, poliert, gefräst, gemessen und geklebt. Christian Schöttinger hat uns das Schleifen von Glas mit einer der Maschinen vorgeführt. Lustig & sympatisch fanden wir den elektrischen Brillenaufzugskorb. Hier werden die Brillen in ein Körbchen gelegt und per Knopfdruck ins obere Stockwerk gebracht. Eine tolle Familie, die mit viel Herzblut ihr erfolgreiches Unternehmen führt!


Holger Kehrel, Sarah Engert und Madeleine Möck stellten den Hörgeräte Meisterbetrieb Kehrel in Kandels Hauptstraße 53 vor. Von Kehrel gibt es mittlerweile sechs Filialen. Die Filiale in Kandel eröffnete vor fünf Jahren. Madeleine Möck und Sarah Engert, die die Filiale in Kandel betreuen sind beide Meisterinnen Ihres Berufs: Hörakustikmeisterinnen. Zudem spezialisierte sich Frau Möck auf die Versorgung von Kindern. Heute werden zum Glück schon direkt nach der Geburt Hörtests mit Babys durchgeführt. So erleichtern Hörgeräte mittlerweile das Leben vieler Kinder. Frau Engert hat sich auf Hörgeräte mit Gehörschutzfunktion spezialisiert. Das Team bietet zusätzlich eine Tinnitusberatung und -anpassung an und kommt sogar mit ihrem Vor-Ort Service direkt nach Hause. Wir durften Hörgeräte testen und staunten über die Technik. Heute können Hörgeräte via Bluetooth mit TV, Radio, Computer oder Smartphone verbunden werden. Das extrem laute Fernsehen gehört mit diesen Geräten der Vergangenheit an. Ein sehr sympathisches & dynamisches Team. Wer besser hören möchte, ist hier in guten Händen!


Zum Schluss trafen sich alle im Restaurant Namaskar bei Paul Shinder in der Turmstraße 1. Bei ihm müssen die Hungrigen nicht lange warten. Mittags bietet er Essen in Buffetform an. Er zeigte uns das indische Gemüse Okra, das in Indien jeder isst. Die meisten der Teilnehmer kannten das Gemüse nicht. Okra wird von Indien nach Deutschland eingeflogen. Damit Paul Shinder Okra auf Vorrat hat, schneidet er es sich klein und gefriert es ein. Die indische Küche verwendet viel mehr Gewürze als die deutsche. Er zeigte uns auf einem Tablet 15 verschiedene Gewürze und sagte: „Indien würzt mit mehr als nur mit Pfeffer und Salz. All diese Gewürze sind heute Abend in Ihrem Essen.“ Auf die Frage, ob er auch mal griechisch, chinesisch oder deutsch isst, sagt Paul Shinder, dass er sich 2-3-mal im Jahr Jägerschnitzel gönnt.


Mit interessanten Eindrücken, einem wohl gefüllten Bauch und vielen Gastgebergeschenken sind wir dann nach Hause gegangen. Gemeinsam sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir dieses Veranstaltungsformat wiederholen. Es hat Spaß gemacht!

Danke an Änderungsschneiderei Venus, Hörgeräte Kehrel, Brille Schöttinger & Restaurant Namaskar. Es war toll mit euch! Danke auch an alle Teilnehmer. Ihr habt mit euren neugierigen Fragen den Abend lebendig gemacht. Schön, dass ihr dabei wart! Danke sagen Michaela Stöhr vom Verein für Handel und Gewerbe und Citymanagerin Jennifer Tschirner.