Buch- und Medientipps





Eine freundliche Empfehlung der Stadtbücherei


Stadtbücherei

Am Mittwoch, den 07.11.2018 waren alle fünf- bis sechsjährigen Kinder aus den Kindergärten „Am Wasserturm“ und „Die Entdecker“ in der Stadtbücherei Kandel zu einem Theatervormittag eingeladen. Im Rahmen der Bibliothekstage Rheinland-Pfalz führte das Chaussée-Theater aus Schweighofen die Geschichte „Vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ auf, ein pfiffig-heiteres Theaterstück nach dem Buch von Martin Baltscheit. Pantomimisch hervorragend in Szene gesetzt, spielt Billy Bernhard selbst einen Schriftsteller und als Puppenspieler alle tierischen Charaktere des Stücks. Aus einer Kiste heraus klopft sich der Löwe in die Handlung, ein stolzes Tier, weil er so schön brüllen kann. Doch das Brüllen hilft ihm nicht weiter, als er sich eines Tages in die gebildete Löwin mit der Herzbrille verliebt. Unbedingt möchte er ihr einen Liebesbrief schicken, aber da er selbst nicht schreiben kann, verpflichtet er die anderen Tiere ihm zu helfen. Doch jeder schreibt nur aus seiner Perspektive, so möchte der Affe gerne in der Baumkrone mit der Löwin Bananen essen, das Liebe-liebende Nilfpferd mit ihr am Seegrund grasen, der Mistkäfer lädt zum gemeinsamen Mist schnuppern ein und so weiter. Das macht den Löwen von Mal zu Mal wütender.

Als weder die Giraffe, das Krokodil und noch nicht mal der dichtende Geier vom toten Baum aus der Wüste ihm helfen können, brüllt er schließlich all seine Gefühle von dem Hügel, dass es nur so schallt, und genau das lockt die hübsche Löwin an, die ihm am Ende der Geschichte natürlich das Schreiben beibringt. Ende gut, alles gut. Stark gespielt von Billy Bernhard, dazu die mitreißende Musik und die genial gestalteten Puppen. Die knapp 60 in Bann gezogenen Kinder dankten mit viel Gelächter und großem Beifall für diese lustige Aufführung.

Buchtipps

Ausleihbar ab Freitag, den 16. November 2018

„Die Polizisten” von Hugo Boris

Am Ende eines anstrengenden Arbeitstages werden die Polizisten Virginie, Aristide und Érik mit einem Sondereinsatz beauftragt: Sie sollen einen Flüchtling, dessen Antrag auf Asyl abgelehnt wurde, zum Flughafen bringen. Die Stimmung im Polizeiauto ist von vornherein angespannt. Auf der Fahrt öffnet Virginie verbotenerweise einen ihr anvertrauten Umschlag - er enthält die Unterlagen des Abschiebeverfahrens. Ganz offensichtlich gab es Unregelmäßigkeiten und Fehler im Procedere, denn dem Tadschiken droht in seiner Heimat der Tod. Virginie und ihre Kollegen geraten in einen Gewissenskonflikt: Gehorsam leisten oder den eigenen moralischen Instinkten folgen? Die Fahrt nach Roissy wird zu einer schweren Prüfung, aus der keiner der Beteiligten unversehrt hervorgeht, wenngleich jeder andere Konsequenzen für sich daraus zieht.

Boris wurde in Frankreich bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Mit "Die Polizisten" legt er einen kurzen, gut lesbaren und hochaktuellen Roman vor, der vor dem Hintergrund der Flüchtlingsfrage auch den harten und schwierigen Arbeitsalltag von Polizisten sehr realistisch darstellt.

„Eine andere Vorstellung vom Glück“ von Marc Levy

Philadelphia, 2010. Nach dreißig Jahren Haft flieht Agatha aus dem Gefängnis, obwohl sie nur noch fünf Jahre zu verbüßen hat. Sie setzt sich an einer Tankstelle in das Oldsmobile der verblüfften Milly und zwingt die junge Frau, ihren Wagen in Richtung Pazifikküste zu lenken. Zuerst erschrocken, findet Milly, die bisher ein eher langweiliges Leben führte, Gefallen an der geheimnisvollen Agatha. Schon bald wird der ruppige Ton der beiden Frauen freundlicher. Aus der Geisel wird eine Komplizin. Fünf Tage lang fahren sie quer durch die USA. Bei jedem Halt treffen sie jemanden aus Agathas Vergangenheit, kommen ihrem Geheimnis näher - und auch ihrer großen Liebe. Was sie Milly lange Zeit verschweigt ist, dass sie mehr gemeinsam haben, als sich die junge Frau je hätte träumen lassen.

Perfekt orchestriert führt dieses "Roadmovie" in die politische amerikanische Vergangenheit, die geprägt war von Gewalt, Polizeiwillkür und Rassismus. Verwoben in die Biografie von Agatha und Milly vereint der fesselnde Roman Familiendrama, Gefängnis-Trauma und unerschütterliche Liebe.

„Die Stunde der Señorita Leo“ von Ángeles Doñate

Als Aurora die neue Stimme von "Die Stunde der Señorita Leo" wird, weiß sie noch nicht, dass das ihr Leben von Grund auf verändern wird. Als Sprecherin der beliebtesten Radiosendung Spaniens übernimmt sie eine große Verantwortung. In den Briefen, die ihr ihre Zuhörer schicken, findet die junge Frau Träume und Hoffnungen, Ängste und Sorgen, und ihr Rat ist stets willkommen. Für viele Menschen ist "la Señorita Leo" ein echter Rettungsanker, eine Vertraute, eine Freundin via Äther. Menschen wie Germàn, einen einsamen Handelsreisenden, der sich keine von Auroras Sendungen entgehen lässt, weil er sich in ihre Stimme verliebt hat. Doch Aurora ist genauso unglücklich wie viele ihrer Zuhörer, weil auch ihr das Herz gebrochen wurde. Eines Tages fragt sie sich, was aus den Briefen wird, die nicht in ihre Hände gelangen, und erfährt, dass diese verbrannt werden. Entrüstet nimmt Aurora die Briefe mit nach Hause, um sie zu beantworten. Und so erfährt sie von Elisa, einem jungen Mädchen, das sich umbringen will. Oder von Sole, die nicht weiß, wie sie sich vor ihrem gewalttätigen Mann schützen soll. Bei dem mutigen Versuch, auch diesen Menschen und ihren Geschichten Gehör im Radio zu verschaffen, riskiert Aurora ihre Stelle…

Eine wunderbare nostalgisch angehauchte "Geschichte aus der Glanzzeit des Radios".

Eine freundliche Empfehlung der Stadtbücherei

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