Medientipps

Eine freundliche Empfehlung der Stadtbücherei

Ausleihbar ab Freitag, den 27. Februar 2026
Ausleihbar ab Freitag, den 06. März 2026
„Die Glücksagenten“ von Cécile Pardi
Buchhalterin Perrine ist seit Längerem arbeitslos und alles andere als glücklich darüber. Eines Tages adoptiert sie eine verwahrloste junge Foxterrier-Hündin. Das Tier bringt Perrine auf eine bezaubernde Idee: jeden Tag eine gute Tat. Mal ist es ein ehrliches Kompliment für den miesepetrigen Hausmeister, mal Müllsammeln mit einem jungen Fußballspieler und noch vieles mehr. Auf ihren Glücksmissionen lernen die beiden die obdachlose Sylvie kennen. Sie hebt die guten Taten auf eine neue, berührende Ebene.

Was zunächst wie eine fast unscheinbare Rettungstat beginnt, entfaltet sich Seite für Seite zu einer feinen Erzählung über Begegnungen, die nicht groß daherkommen müssen, um nachhaltig zu wirken, und über die stille Kraft, die in einem einzigen „Ich sehe dich“ liegen kann.


„Königin Esther“ von John Irving
Die unkonventionelle Familie Winslow engagiert für jede ihrer vier Töchter ein eigenes Kindermädchen. Die jüngste Tochter Honor und deren Kindermädchen Esther stehen sich besonders nah. Später bekommen sie gemeinsam ein Kind - Jimmy, Hauptperson des Romans. In liebevoller Umgebung aufgewachsen, wird er in den 1960er-Jahren zum jungen Mann und verbringt ein Auslandsjahr in Wien, auf den Spuren seiner jüdischen Mutter Esther.

Im neuen Roman John Irvings begegnen Fans nicht nur vertrauten Orten und Motiven aus seinem reichhaltigen Romankosmos; mit dem Waisenhausarzt Dr. Wilbur Larch aus spielt auch eine seiner bekanntesten Figuren erneut eine tragende Rolle.

„In den Scherben das Licht“ von Carmen Korn
Hamburg, Oktober 1946: die 14-jährige Gisela ist auf abenteuerlichen Wegen in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, aus der sie 1943 nach dem schweren Bombenangriff aufs Land evakuiert wurde. Sie trifft auf den 16-jährigen Gert, der zu Hitlers letztem Aufgebot zählte und sie werden zu einer Notgemeinschaft im Keller der alternden Schauspielerin Friede. Während Gisela sich nur bruchstückhaft an die Bombennächte erinnert und glaubt, dass ihre Familie tot ist, will Gert das nicht wahrhaben und sucht nach seiner Mutter und Schwester.

Carmen Korn schreibt lebensnah, detailreich und man merkt dem Roman die intensiven Recherchen und Stadtkenntnisse an.



„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder
2 MP3-CDs; ungekürzte Lesung von Julia Nachtmann
Das Waisenmädchen Marlen entkommt 1945 russischen Soldaten und wird in Güstrow von der Malerin Wilma aufgenommen. Sie lebt in der DDR ein unscheinbares Leben und entwickelt sich mehr und mehr zur rechten Hand der Künstlerin. Als 1989 die Mauer fällt, kommt sie nach Berlin und trifft dort die Ärztin Evelyn. Die beiden Frauen freunden sich an und Marlen lernt auch die kleine Enkelin Hannah kennen. Hannah wird als Erwachsene, 2023 in Berlin, immer wieder über die Familiengeschichte nachdenken und die Erlebnisse ihrer Großmutter und ihrer Mutter durchleuchten.

Die Kapitel springen zwischen den Jahren hin und her. Erst befindet man sich in den 1950er-Jahren in der DDR, dann 1989 und endlich 2023 in Berlin. Die Figuren der unterschiedlichsten Milieus sind sehr gut getroffen.

„Mathilde und Marie“ von Torsten Woywod
2 MP3-CDs; ungekürzte Lesung von Sabine Arnhold
In einem abgeschiedenen Bücherdorf in den belgischen Ardennen lebt die trauernde Mathilde nach dem Tod ihres Mannes völlig zurückgezogen. Mit dem Frühlingsbeginn kommt die junge Französin Marie in den Ort, hilft in der Buchhandlung aus und bringt neue Energie ins Dorfleben. Zwischen beiden entsteht eine leise, enge Freundinnenschaft, durch die Mathilde wieder Anschluss findet.

Der Roman von Woywod erzählt die Geschichte um Mathilde und Marie stark entschleunigt und legt das Hauptgewicht auf Atmosphäre und ausführliche Naturbeschreibungen. Die literarisch angelegte Sprache passt zu den Naturbeobachtungen und trägt die ruhige Grundstimmung.

„Die späten Tage“ von Natascha Wodin
1 MP3-CD; ungekürzte Lesung von Martina Gedeck
Die Autorin ist Mitte 70, als sie die Liebe noch einmal wie ein Blitz trifft. Intensive Gefühle verbinden sie mit Friedrich, er ein paar Jahre älter als sie selbst. Gemeinsam verbringen sie Zeit in Berlin, Lübeck und am See im Mecklenburgischen Land. Doch neben der großen Leidenschaft und des jugendlich anmutenden Verliebtseins ist die Beziehung auch geprägt von Konflikten, Unverständnis und unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Leben.

Natascha Wodins autobiografischer Roman nimmt das Älterwerden mit all seinen Facetten in den Blick. Die Autorin beschreibt schonungslos, wie sie mit dem Alter und der zunehmenden Gebrechlichkeit hadert. Und doch sind da auch die versöhnlichen Töne, die dem eine gewisse Dankbarkeit gegenüberstellen.