Medientipps

Eine freundliche Empfehlung der Stadtbücherei

Ausleihbar ab Freitag, den 14. Mai 2021
Ausleihbar ab Freitag, den 21. Mai 2021
„Das Flüstern der Bienen“ von Sofía Segovia

Linares 1910: am Fuße der Berge liegt zwischen Zuckerrohrfeldern und Orangenhainen die Hacienda der Familie Morales. Hier leben Francisco und seine Frau Beatriz mit ihren beiden Töchtern, der alten Amme Reja und Simonopio, dem stummen Kind, das vor vielen Jahren zur Familie gekommen ist und in dem verwilderten Garten von Bienen umschwirrt zu einem außergewöhnlichen Jungen heranwächst. Als in diese Idylle erst der Bürgerkrieg und bald darauf die Spanische Grippe einbrechen, sieht sich die einst so wohlhabende Familie den Kugeln und der Krankheit hilflos ausgeliefert. Doch Simonopio scheint das Unglück vorherzusehen und kann die Familie mit seiner Gabe mehr als einmal davor bewahren. Doch nicht alle Bewohner der Hacienda meinen es gut mit dem Jungen ...

Der Roman war ein Bestseller in Mexiko, tiefgründig und poetisch, bietet einerseits interessante Lokalgeschichte, die historische Ereignisse wie die Spanische Grippe einbezieht, und andererseits die für lateinamerikanische Literatur typischen magischen Elemente.



„Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ von Ciara Geraghty

Terry und Iris sind beste Freundinnen und würden durchs Feuer füreinander gehen. Aber Iris ist krank. So krank, dass sie sich heimlich entschließt, ihr Leben in der Schweiz zu beenden, solange sie es noch kann. Als Terry feststellt, dass Iris auf dem Weg dorthin ist, zögert sie keine Sekunde. Mit ihrem betagten Dad im Auto holt sie Iris gerade noch am Hafen von Dublin ein. Die drei begeben sich auf eine abenteuerliche Reise durch England und Frankreich, und was die schlimmsten Tage in Terrys Leben hätten werden können, werden ihre besten. Denn durch Iris entdeckt sie ungeahnte Seiten an sich - und dass es ein Geschenk ist, unser Leben zu leben, jeden Tag und bis zum letzten Tag.

Beeindruckender Roman, der von der Kraft der Freundschaft erzählt und das Leben in all seinen Farben feiert.



„Der Sommer, als Mutter grüne Augen hatte“ von Tatiana Țîbuleac

Der siebzehnjährige Aleksy verabscheut seine Mutter, denn sie ist hässlich und hat als Mutter versagt. Als sie ihn aus dem Erziehungsheim abholt, will er nichts von ihr wissen. Trotzdem lässt er sich zu einem gemeinsamen Urlaub in Frankreich überreden, Bestechungssumme: ihr Auto. Kaum angekommen in dem kleinen Dorf, in dem er sich fremd fühlt und nur mühsam mit den kauzigen Bewohnern zurechtkommt, erfährt er, wie es in Wahrheit um seine Mutter steht. Ihn verfolgen fortwährend schmerzliche Erinnerungen aus der Kindheit, und die ungewohnte Sorge um die Mutter überschattet sein erstes unbeholfenes Liebesglück. Nach diesem Sommer ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war.

Tatiana Tîbuleacs preisgekrönter Roman erzählt mit unsentimentalem Witz die berührende Geschichte eines Jungen, der um seine Kindheit betrogen wurde und als Heranwachsender plötzlich Verantwortung übernehmen muss. Sprachlich stimmig, unsentimental, oft amüsant und immer fesselnd erzählt sie eine Coming-of-Age-Geschichte, an deren Ende Aleksy seine Dämonen nicht losgeworden ist, aber mit ihnen zu leben gelernt hat.


„Fritz und Emma“ von Barbara Leciejewski

2 mp3-CDs. Gelesen von Ulrike Kapfer

2018. Jakob Eichendorf wechselt mit seiner Ehefrau Marie als Dorfpfarrer in das kleine Dorf Oberkirchbach. Alles scheint dort zu verfallen, es findet kein Dorfleben, kein Austausch statt, jeder lebt nur in seiner eigenen Welt. Während Jakob sich sofort wie zuhause fühlt, ist es für Marie, die den Trubel einer Stadt liebt, eher gewöhnungsbedürftig. Die anstehende 750-Jahrfeier des Dorfes scheint für Marie daher ein willkommener Grund, nicht nur die Dorfbewohner besser kennenzulernen, sondern auch mehr Schwung in die recht träge Gemeinschaft zu bringen. Dabei trifft Marie auf den 92-jährigen miesepetrigen Fritz Draudt und die gleichaltrige Emma Jung, die seit fast 70 Jahren kein Wort mehr miteinander gewechselt haben. Dabei waren sie als Jugendliche ein Paar, das durch den Krieg getrennt wurde. Fritz kam daraus als ein anderer zurück und verletzte Emma zutiefst. Marie gelingt es mit ihrem Elan und ihrem Einfühlungsvermögen, die Menschen im Dorf wieder mehr zu verbinden. Vor allem aber möchte sie versuchen, Fritz und Emma wieder miteinander zu versöhnen.

In Rückblicken erfahren die Leser*innen beide Seiten der Geschichte von Emma und Fritz, eine Geschichte, die unter die Haut geht. Die Tragödie einer Liebe auf der einen Seite, stellt die Autorin auch das Dorf selbst immer wieder in den Mittelpunkt. Ein Buch, das berührt und bereichert, sanft und einfühlsam gelesen von Ulrike Kapfer.


„Das Geheimnis von Zimmer 622“ von Joël Dicker

3 mp3-CDs. Ungekürzte Lesung mit Torben Kessler

Das Ereignis des Jahres, im Hotel Palace de Verbier. In den Alpen treffen sich mittlerweile schon traditionell einmal im Jahr die Angestellten einer angesehenen Schweizer Bank. Doch ein Mord der zu einem ungelösten Fall wird, wirft einen tiefen Schatten über das Hotel und die Bank. Einige Jahre später mietet sich Bestseller-Autor Joël Dicker in eben jenem luxuriösen Hotel ein, um von einigen persönlichen Schicksalsschlägen etwas Abstand zu gewinnen. Durch die Bekanntschaft mit seiner Zimmernachbarin, der Engländerin Scarlett Leonas, erfährt Joël Dicker eher zufällig von diesem 15 Jahre zurückliegenden ungelösten Mordfall in Hotelzimmer 622. Doch dieses Zimmer existiert offiziell gar nicht. Dicker und Leonas, beide neugierig geworden, machen sich auf Spurensuche…

Torben Kessler, der bereits drei Romane von Joël Dicker eingelesen hat, brilliert erneut als Sprecher dieser ebenso tempo- wie fintenreichen Dreiecksgeschichte aus Machtspielen, Eifersucht und Verrat in den vornehmsten Kreisen der Gesellschaft.

 

„Französisches Roulette“ von Martin Walker
8 Audio-CDs. Ungekürzte Lesung mit Johannes Steck

Im Périgord leben die Menschen lang und glücklich. Darauf spekuliert auch der Witwer Driant, als er seinen ganzen Besitz auf ein lebenslanges Wohnrecht in einer schicken Seniorenresidenz einer Versicherungsgesellschaft überschreibt. Er weiß nicht, dass das Roulette-Rad tausende Kilometer weit entfernt von einem russischen Oligarchen gedreht wird. Kurz darauf ist Driant tot – rien ne va plus. Polizeichef Bruno Courrèges ahnt das große Spiel dahinter und kommt einem ungeheuerlichen Komplott auf die Schliche. Seine erste Spur führt ins malerische Château einer Rocklegende.

Sprecher Johannes Steck stattet auch dieses Mal jede Figur mit charakteristischem Auftreten und individueller Stimmfärbung aus - eine intensive, einfühlsame Lesung.