Medientipps

Eine freundliche Empfehlung der Stadtbücherei

Ausleihbar ab Freitag, den 03. Februar 2023
Ausleihbar ab Freitag, den 27. Januar 2023
„Die Stewardessen – eine neue Freiheit“ von Svea Lenz
Sommer 1954: Deutschland ist Fußballweltmeister, Ludwig Erhard spricht vom Wirtschaftswunder, und die Lufthansa darf endlich wieder fliegen. Die 20-jährige Margot Frei träumt davon, die Welt zu entdecken und die kleinbürgerliche Enge im Nachkriegsdeutschland hinter sich zu lassen. Da liest sie eine Anzeige der neu gegründeten Lufthansa: Stewardessen gesucht! Margot ist fest entschlossen, diese Gelegenheit zu nutzen. Gemeinsam mit Hunderten anderer junger Frauen nimmt sie am Auswahlverfahren teil - und ergattert einen der heiß begehrten Plätze im allerersten Lehrgang für Flugbegleiterinnen. Schon bald erhebt sich Margot zusammen mit neuen Freundinnen und erbitterten Konkurrentinnen in die Lüfte. Immer an ihrer Seite: der junge Pilot Claus Sturm ...

Band 1 der Serie um die ersten Stewardessen der Bundesrepublik entführt auf eine Reise in die Zeit von Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Petticoats und Rock'nRoll. Alltägliche Dinge, wie Preise von Lebensmitteln, Sorgen und Nöte der Bevölkerung, Musiktitel, Kinofilme, Mode, die gesellschaftliche Rolle und Stellung der Frauen sind in diesen Roman ebenso eingeflossen wie der erste geschichtsträchtige Flug nach Moskau mit Bundeskanzler Adenauer.
 
„Das Glück hat acht Arme“ von Shelby Van Pelt
Seit Tova Sullivan Witwe ist, putzt sie im Sowell Bay Aquarium, wo sie den neugierigen, frechen Riesenoktopus Marcellus kennenlernt. Dieser büxt nachts gerne aus seinem Becken aus, um seine Futterauswahl zu optimieren. Tova hilft ihm aus einer misslichen Lage und die beiden freunden sich irgendwie miteinander an. Ihm erzählt sie von ihrem Sohn, der vor Jahrzehnten verschwand. Als Tova sich ihren Fuß verknackst, übernimmt der 30jährige Cameron ihre abendlichen Putzschichten. Cameron kam aus Kalifornien nach Sowell Bay, weil er in den Sachen seiner Mutter, die ihn als Kind bei seiner Tante zurückließ, einen Hinweis auf seinen Vater, den er nie kennengelernt hat, gefunden hat. Cameron ist bisher aus jedem Job geflogen und hat wenig Verantwortung für sein Leben übernommen, doch Marcellus erkennt in ihm eine Verbindung zu Tova. Aber wie soll er dies den beiden klarmachen?

Das originelle deutsche Debüt der in Chicago lebenden Autorin über Freundschaft, Familie, Verlust und Zugehörigkeit ist abwechselnd aus den Perspektiven von Tova, Cameron und Marcellus erzählt. Humorvoll, traurig, berührend.

„Das Gedächtnis des Winters“ von Steven Conte
Inmitten der erbarmungslosen Kälte des russischen Winters wird der deutsche Militärarzt Paul Bauer dazu angewiesen, im ehemaligen Landgut von Leo Tolstoi ein Feldlazarett zu errichten. Hier trifft er auf Katharina Trubetzkaja, Schriftstellerin und Kuratorin des Museums, die Bauer den baldigen Untergang der deutschen Armee prophezeit und nicht dazu bereit ist, den deutschen Besatzern das Leben in irgendeiner Weise zu erleichtern. Doch das gemeinsame Interesse für die Liebe zur Literatur und vor allen Dingen zu dem Buch „Krieg und Frieden“ lässt die beiden miteinander sprechen, zumal die Trubetzkaja, als Tochter einer großbürgerlichen Familie mit Gouvernante, deutsch spricht.

Bildgewaltig stellt der Autor die Situation der deutschen Sanitätseinheit im sibirischen Winter Russlands dar – ein grausames Kriegsgeschehen mit unzählige Opfern, die OP-Säle laufen über, das Sterben nimmt kein Ende - dabei ist der Krieg an der Ostfront bereits verloren - die Verrohung der Soldaten bei abnehmender Moral… Ergreifend, erschütternd, realistisch: das bereits 2020 im Original erschienene Buch weist frappierende historische Parallelen zum gegenwärtigen Ukrainekrieg auf.








„Als die Welt zerbrach“ von John Boyne
2 mp3-CDs ; gelesen von Elisabeth Günther

1946. Drei Jahre nach dem katastrophalen Ereignis, das ihre Familie zerriss, fliehen eine Mutter und ihre Tochter von Polen nach Paris. Blind vor Sorge und Schuldgefühlen ahnen sie nicht, wie schwer es ist, der Vergangenheit zu entkommen.
Fast achtzig Jahre später führt Gretel Fernsby in ihrem Londoner Villenviertel ein ruhiges Leben, Welten entfernt von der traumatischen Kindheit. Als eine junge Familie in die Wohnung unter ihr zieht, hofft sie, dass die eingespielte Hausgemeinschaft nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Doch der neunjährige Henry weckt Erinnerungen, denen sie sich nicht stellen will. Gretel steht plötzlich vor der Wahl zwischen ihrer eigenen und Henrys Sicherheit. Gewinnt die Verantwortung, oder macht sie sich mitschuldig, wie damals? Wenn sie jetzt eingreift, riskiert sie, Geheimnisse preiszugeben, die sie ein Leben lang gehütet hat…

Psychologisch höchstpräzise erzählt John Boyne in der lang erwarteten Fortsetzung seines Weltbestsellers »Der Junge im gestreiften Pyjama“ davon, wie sich eine nicht eingestandene Schuld zu einer zerstörerischen Kraft entwickelt, die mit jedem verstreichenden Lebensjahr schwerer wiegt.

„Das Tor zur Welt - Träume“ von Miriam Georg
2 mp3-CDs ; gelesen von Tanja Fornaro

Jeden Tag arbeitet die junge Ava bis zur Erschöpfung auf dem Moorhof im Alten Land. Jede Nacht träumt sie vom Meer. Die Erinnerung an ihre Familie ist von Jahr zu Jahr mehr verblasst, kaum weiß sie noch den Namen ihrer Mutter. Irgendwann will Ava sie in Amerika wiederfinden.
Claire Conrad ist reich und schön. Und in ihrem willensstarken Kopf stehen die Zeichen auf Rebellion. Sie will reisen, die Welt sehen, aus den strengen Regeln der Gesellschaft ausbrechen, sie träumt davon, dass ihr Leben endlich anfängt! Wenn wenigstens der Reedersohn Magnus Godebrink um ihre Hand anhalten würde.
Hamburg ist in Aufruhr. Die Cholera hat ihre Spuren in der Stadt hinterlassen. Zahllose Reisende passieren die Hafenmetropole auf ihrem Weg in die Neue Welt, getrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben. In der Auswandererstadt begegnen sich Ava und Claire – zwei Frauen, verschieden wie Ebbe und Flut. Doch das Schicksal schweißt sie untrennbar zusammen.

Stadt der Tränen, Stadt der Träume – die Hamburger Auswandererhallen. Band 1 der mitreißenden Saga vor einzigartiger Kulisse, einfühlsam und facettenreich gelesen von Tanja Fornaro.

„Hinter dem hellen Schein“ von Hanna Caspian
2 mp3-CDs ; gelesen von Tanja Fornaro

Die achtzehnjährige Adelheid, Tochter eines Tagelöhners, soll auf Schloss Liebenberg als Stubenmädchen anfangen. Niemals hätte sie sich so ein Glück träumen lassen, denn nun kann sie für ihre hungernde Familie sorgen. Außerdem darf sie mit Viktor zusammenarbeiten, einem der Diener, zu dem sie sich vom ersten Moment an hingezogen fühlt. Doch ihr Glück dauert nicht lange an, denn es ruft Neider auf den Plan, die das unschuldige Mädchen in eine Falle locken. Adelheid wird zum Hausmädchen degradiert und muss nun mit der erfahrenen Hedda Pietsch zusammen in einer kleinen Stube wohnen. Die beiden jungen Frauen werden zu Freundinnen in höchster Not - und zu Zeuginnen eines der größten Skandale des deutschen Kaiserreichs ...

Der Start der historischen Trilogie über ein Schloss in Brandenburg und seine Bewohnerinnen und Bewohner vor dem Hintergrund der sogenannten Eulenburg-Affäre, die Anfang des 20. Jahrhunderts das deutsche Kaiserreich erschütterte und den Kaiser fast zu Fall brachte.